Objekt 24

Grubb
Heliometer mit ungleichem Fokus, 1882
Königliches Observatorium von Belgien
Inv. nihil

 

Das Heliometer mit ungleichen Objektiven wurde von der Firma Grubb nach Plänen des belgischen Astronomen Louis Niesten (1844-1920) gebaut. Dieses Instrument wurde auf Vorschlag von Jean-Charles Houzeau de Lehaie (1820-1888) hergestellt, um den Venustransit im Jahre 1882 zu beobachten.

Ein Heliometer besteht aus einem Teleskop, dessen Linse auf einen Durchmesser geschnitten ist und dessen zwei nebeneinander liegenden Hälften relativ zueinander gleiten können. Meistens wird ein Heliometer zur Messung des Sonnendurchmessers verwendet, aber es können auch andere Messungen durchgeführt werden, wie es hier der Fall ist.
Die Linse des Objektivs mit langer Brennweite war nichts anderes als ein altes achromatisches Cauchoix-Objektiv mit einer Brennweite von 4,54 m und einem Durchmesser von 22 cm, das zweigeteilt war. Das gleiche Verfahren wurde für die Kurzfokus-Halblinse, ausgehend von einer Linse von knapp 14 cm, verwendet.

Das Objektiv mit langer Brennweite projizierte ein brillantes Bild der Sonne auf eine schwarze Venusscheibe. Das Objektiv mit der kürzeren Brennweite gab ein Bild der Sonne, das nur ein wenig kleiner als das der Venus auf der Sonne war, über die gesamte Dauer der Venuspassage. Während das große Bild der Sonne perfekt zentriert war, konnte man mithilfe eines Antriebs eine Bewegung des Bildes durch die kleine Linse erreichen, sodass das kleine Bild der schwarzen Vensusscheibe während der gesamten Passage abgedeckt war. 

Mit diesem Gerät konnten während der gesamten Dauer des beobachteten Phänomens Messungen durchgeführt und daraus anschließend ein Wert für die Entfernung Erde-Sonne abgeleitet werden.
Zu diesem Anlass wurden zwei nahezu identische Heliometer gebaut. Eines der beiden Heliometer wurde später von der Firma Grubb in ein fotografisches Teleskop umgewandelt. Niemand weiß genau, was damit passiert ist.  Das Observatorium besitzt noch Teile des anderen Heliometers. Die Halterungen, mit denen der Fuß des Instruments mit dem Teleskoprohr verbunden war und mit denen man den Verlauf der Sonne am Himmel während der Beobachtungsdauer folgen und nachverfolgen konnte, wurden bis heute nicht wiedergefunden.

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